60 Jahre Bundeswehr



Teilnahme an den Jubiläumsveranstaltungen der Feldjäger in Berlin


Als Vertreter des Ortsverbandes Marburg-Wetzlar-Diez nahm der Vorsitzende, Klaus Meurer, an den Veranstaltungen am 27./ 28. November 2015 in Berlin teil. In einem würdigen Rahmen begingen die Feldjäger die Gründung des Feldjägerkorps vor 275 Jahren durch König Friedrich II von Preußen sowie die Aufstellung der Feldjägertruppe in der Bundeswehr vor 60 Jahren. Aber auch die Gründung der Kameradschaft der Feldjäger vor 35 Jahren war in diesem Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen eingebunden.

Nach der Einschleusung der Teilnehmer am Meldekopf in der Julius-Leber-Kaserne wurden die Besucherplätze auf dem Antreteplatz eingenommen. Durch Brigadegeneral Udo Schnittker, den Kommandeur Kommando Feldjäger Bundeswehr, wurden die zahlreich angereisten Gäste, mit hochrangigen Vertretern aus der Bundes- und Landes-Politik, den militärischen Vertretern diverser Bundeswehreinheiten, Vertretern von Bundespolizei, Landespolizei Berlin Brandenburg und Polizei der Stadt Berlin, begrüßt. Die Feldjägertruppe war selbstverständlich mit vielen Soldaten aller Dienstgrade aus den aktiven Bereichen der Regimenter und Kompanien, aber auch mit zahlreichen ehemaligen Angehörigen der außerdienst gestellten Feldjägerbataillonen vertreten. Besonders erfreulich war die Anwesenheit der Mitglieder des Bundesvorstandes und der Ortsverbände der Kameradschaft der Feldjäger. Belohnt aber wurden alle Teilnehmer durch ein strahlend sonniges Winterwetter.

Als militärischer Höhepunkt allerdings war der Appell aus Anlass der Gründung des „Reitenden Feldjägercorps“ vor 275 Jahren durch Friedrich II König von Preußen und der Aufstellungsbefehls Nr. 1 des Bundesministers der Verteidigung am 6. Oktober 1955, vor 60 Jahren, zur Aufstellung einer Militärpolizei-Lehrkompanie.

An der angetretenen Formation der Abordnung aller Kompanien des Feldjägerregimentes 1 vorbei marschierten, angeführt durch das Musikkorps Brandenburg, die Fahnenabordnungen des Kommando Feldjäger der Bundeswehr, der drei Feldjägerregimenter und, als besondere Ehrenbezeugung, die Fahnen aller aktiven und nichtaktiven außerdienst gestellten Feldjägerbataillonen vorbei. Die Ehrenformation schritten BrigGen. Schnittker und OLT d.R. Dr. Schütz, als Präsident der Kameradschaft der Feldjäger ab. An die Anwesenden gerichtete Grüßworte und verschiedene Militärmärsche sowie das Abspielen der Nationalhymne rundeten das militärische Zeremoniell ab.

Im Anschluss an den Appell wurden alle Gäste zu einem Empfang in die Offiziersheimgesellschaft der Julius-Leber-Kaserne geladen. Zwanglose Gespräche und das Knüpfen sowie die Vertiefung kameradschaftlicher Beziehungen konnten gepflegt werden. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch BrigGen. Schnittker leitete dieser zu den Vorträgen des Nachmittages ein. Durch OLT Stefan Röder, der Historikerstabsoffizier an der Offiziersschule des Heeres in Dresden ist, wurde ein Bogen zur Geschichte der Feldjägertruppe von der Gründung durch Friedrich dem Großen über 275 Jahre Geschichte bis in die Gegenwart in aufschlussreicher, kompetenter und lehrreicher Form dargestellt. Nach einer Pause erfolgte der Vortrag von OLT a.D. Bruno Gerlich, ehemals Kommandeur des Feldjägerbataillons 351 Leipzig, zur Lage des Feldjägerregimentes 1 Berlin.

Zum frühen Abend hatte das Kommando Feldjäger und das Feldjägerregiment 1 zu einem Begrüßungsabend in die Offiziersheimgesellschaft der Julius-Leber-Kaserne geladen. Den Teilnehmern wurde ein dabei ein üppiges Buffet dargeboten, das keine Wünsche offen ließ. Somit konnte man sich über den ganzen Abend an den dargebotenen Delikatessen nicht nur sattsehen sondern auch kräftig zulangen. Dazu wurden alle durch die aufmerksamen Ordonnanzsoldaten mit Getränken versorgt. Dies führte zu einer lockeren und entspannten Atmosphäre und man konnte sich mit vielen bekannten Kameraden austauschen, aber auch neue Kontakte herstellen. Es ist festzustellen, ein gelungener Abend in kameradschaftlichem Umgang ging leider viel zu schnell zu Ende.

Der nächste Tag war geprägt durch das Veranstaltungsangebot der Kameradschaft der Feldjäger. Dazu traf man sich um 9 Uhr am Meldekopf zum Bustransfer nach Potsdam. Vorgesehen war der Besuch des „Wald der Erinnerung“ in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Potsdam-Geltow. Leider war das vortags sonnige Wetter plötzlich in ein nasskaltes Schnee-Regen-Wetter umgeschlagen und wir alle wurden dabei kalt erwischt.

Die Ehrenhaine für die im jeweiligen Einsatz gefallenen Soldaten, die es in den Bundeswehrliegenschaften in den Einsatzgebieten gab, und die bei den Standortschließungen und Aufgabe der Liegenschaften in die Heimat rückgeführt wurden, fanden eine würdige Aufstellung und Bleibe im „Wald der Erinnerung“. Es entstand eine eindrucksvolle Anordnung von schlichten Elementen, an denen die Besucher vorbei geführt werden. Bei Ankunft in der Anlage wurden wir vor der Informationshalle durch OLT Loss vom Einsatzführungskommando begrüßt und durch die gesamte Anlage geführt. Dabei wies er auf Besonderheiten zu den Einsatzgebieten hin, die auch auf großen Schautafeln dargestellt sind. Nach der Halle betritt man einen gepflasterten Weg mit sieben Basaltstelen, auf denen die Namen der im Einsatz Gefallenen angebracht sind. Der Weg führt weiter zu einem offenen Raum der Stille. Dort legte der Kommandeur Feldjägerwesen BrigGen. Schnittker und der Präsident der Kameradschaft der Feldjäger OLT d.R. Dr. Schütz einen Kranz für die gefallenen Kameraden nieder und verharrten in stillem Gedenken. An den neu aufgestellten Ehrenhainen aus den verschiedenen Einsatzgebieten wurde uns anschaulich zu den jeweiligen Ereignissen berichtet. Der Weg führte weiter in einen Friedwald, an dessen Bäumen von Angehörigen der Soldaten, die in Ausübung ihres Dienstes verstarben, kleine Tafeln oder Erinnerungsstücke angebracht wurden.

Nach diesem eindrucksvollen Besuch der Gedenkstätte verlegte man nach Potsdam zum Besuch des „Neuen Palais“. In einer eineinhalbstündigen kompetenten und aufgelockerten Führung durch das Sommer-Schloss Friedrichs des Großen konnte man die Pracht und Darstellung der damaligen Zeit bestaunen. Vieles ist aber für die heutige Zeit zu protzig.
Nach der Verlegung nach Schloss Sanssouci konnten wir im nahegelegenen Restaurant Möwenpick ein vorbereitetes Mittagessen einnehmen.

Der dritte Höhepunkt des Tages war nach dem Mittagessen die Führung durch das Schloss Sanssouci. Es wurde nach den Wünschen Friedrich II von dem Architekten Georg Wilhelm von Knobelsdorff geplant und in der Zeit 1745 – 1747 im Stil des Rokoko als Hohenzollernschloss errichtet. Das Schloss ist mit vielen Gemälden bedeutender Meister, antiken Möbeln und Gegenständen sowie vielen Sammlungen und Geschenken für den König ausgestattet. Das Schloss war ein beliebter Aufenthaltsort des Königs. Er empfing dort bedeutende Männer seiner Zeit, mit denen er sich geistig austauschen konnte und musisch und komponistisch seinem Hobby, dem Flötenspiel, nachgehen konnte. Das Tabakkolleg, bei dem die großen Philosophen, Komponisten und Wissenschaftler sich mit dem sehr an Neuerungen interessierten König beim Rauchen der Tabakpfeifen austauschten, war berühmt.

Der unterhalb des Schlosshügels angelegte Park ist eines der größten und schönsten Parkanlagen Brandenburgs und ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich.

Der Wunsch Friedrichs II im Schlosspark Sanssouci mit seinen geliebten Windspielen beigesetzt zu werden, wurde erst 1991, an seinem 205 Todestag, erfüllt. Das Areal ist ein Rasenbeet mit schlichten Steinplatten auf den Grabstellen. Auf die größere Steinplatte des Königs werden als Ritual von Besuchern Kartoffeln abgelegt. Dies soll als Zeichen der Dankbarkeit für die durch Friedrich II unter seinem strikten Befehl aus dem Ausland neu eingeführten und dann unter militärischer Aufsicht und Bewachung angebauten Kartoffeln gelten. Durch diese ungewöhnliche Maßnahme einer militärischen Bewachung der Kartoffelanbauflächen veranlasste er seine Bauern zum Anbau der fremden Knolle. Er beendete dadurch auch immer wiederkehrende Hungersnöte seiner Untergebenen.

Leider war eine ausgedehnte Besichtigung der Parkanlage, wegen der einbrechenden Dunkelheit und des sehr ungemütlichen Wetters, nicht mehr möglich, sodass man froh war, die Rückfahrt nach Berlin antreten zu können.

Nach einer kurzen Erholung begann dann das Abendprogramm mit einem großen Buffet, dem nach dem langen und anstrengenden Tag beherzt zugesprochen wurde. Musikalisch und dezent begleitete ein Discjockey den Abend., sodass auch angenehme Unterhaltung möglich war. Der Präsident nutzte die Gelegenheit, einige Kameraden mit der Medaille für langjährige Mitarbeit in den Gremien der Kameradschaft auszuzeichnen. Auch nutzten viele Paare im Laufe des Abends die Gelegenheit, einige Tanzschritte auf dem Parkett des großen Saales in der Offiziersheimgesellschaft zu tätigen. Leider neigte sich der Abend viel zu schnell dem Ende zu, man versprach sich aber ein baldiges Wiedersehen bei einem Fest im Kameradenkreis.

Text: Klaus Meurer
Bilder: Marion Gümmer, Wilfried Mohr

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.