Point Alpha am 21.08.2010


Der Ortsverband Marburg-Wetzlar-Diez besichtigt das Grenzmuseum in Rasdorf


Der Vorstand des OV Marburg-Wetzlar-Diez hat seine Mitglieder und deren Angehörige, Reservisten sowie Gäste und Freunde der Feldjägertruppe zu einem lange geplanten Besuch der Gedenkstätte Point Alpha nach Rasdorf in der Rhön eingeladen.

Am Morgen des 21. August 2010 trafen sich die Mitglieder in Marburg. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Klaus Meurer fuhr man in Fahrgemeinschaft in die hessische Rhön nach Rasdorf.



Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt traf man vor dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt Point Alpha ein. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im ehemaligen US-Camp wurde unsere Gruppe von einem Mitarbeiter der Begegnungsstätte zu einer Führung durch das weiträumige Gelände abgeholt. Hier erhielten wir auch die ersten Hintergrundinformationen.


Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze zwischen der hessischen Ortschaft Rasdorf und der thüringischen Ortschaft Geisa.


In direkter Nachbarschaft Geisas, der einst am westlichsten gelegenen Stadt des Ostblocks, erfüllte der Beobachtungsstützpunkt Point Alpha bis zum Fall des Eisernen Vorhanges eine wichtige Beobachtungsaufgabe im Verteidigungskonzept der NATO.


Auf der anderen Seite der Grenze waren entsprechende Beobachtungspunkte der Staaten des Warschauer Paktes eingerichtet.



Der Stützpunkt lag im Zentrum der NATO-Verteidigungslinie „Fulda Gap“, in der die NATO im Ernstfall die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwarteten.


Die Begegnungsstätte ist in den vergangenen Jahren durch einen Verein vor dem Verfall bewahrt, und durch die Errichtung eines Museumsbaues, dem Haus auf der Grenze, und der Aufstellung von diversen Exponaten zu einer sehenswerten Darstellung der gesamtdeutschen Geschichte geworden. Die Gedenkstätte Point Alpha ist in ihrem Gesamtkomplex ein unvergleichliches Zeitzeugnis und ein einzigartiger Lernort der Geschichte.
Unmittelbar auf der ehemaligen Demarkationslinie ist das Mahnmal Point Alpha errichtet und mit einer Inschrift versehen worden.


Durch den Führer erhielten wir detaillierte Informationen zu den Beobachtungstürmen beider Seiten, den Grenzbefestigungsanlagen, wie die über die Jahre verschiedenen, und immer perfektionistischeren Zaunanlagen, den gestaffelt angelegten Grenzstreifen und die an Führungsleinen laufenden Hunde. Auch Dokumente über gescheiterte Fluchtversuche und die damit verbundenen Einzelschicksale sind in Ausstellungsvitrinen sehr objektiv und, neben weiteren Exponaten, sehr anschaulich und bestürzend dargestellt.


„Den Opfern der deutschen Teilung. Den Mutigen der friedlichen Revolution von 1989. Den Erbauern der Wiedervereinigung".



Nach der zweistündigen Führung fuhr unsere Gruppe nachdenklich wieder zurück. Bei einem eingelegten Zwischenstopp in der Waldgaststätte Praforst in Hünfeld konnte man das soeben Erfahrene bei Kaffee und Kuchen nochmals Revue passieren lassen.

Als Fazit kann gesagt werden, der Besuch der Gedenkstätte trägt zum Verständnis und zur Aufarbeitung der unmittelbaren Geschichte unserer beider deutschen Staaten bei.

Bedauerlich ist nur, dass zu den angebotenen Veranstaltungen nur wenige Mitglieder durch ihre Teilnahme die Verbundenheit zu ihrem Ortsverband zeigen.





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