Sommerveranstaltung 2014


Sommerfest des Ortsverbandes Marburg-Wetzlar-Diez


Der Vorstand des Ortsverbandes hatte für den 16. August 2014 seine Mitglieder und deren Familienangehörige zu seinem diesjährigen Sommerfest eingeladen. Dabei waren auch Gäste und Freunde der Feldjäger willkommen. In diesem Jahr hatte man den Besuch einer historischen und noch im Betrieb befindlichen Wassermühle und eine Wanderung zur Amöneburg im Marburger Land geplant.

So konnte der Ortsverbandsvorsitzende am frühen Samstagnachmittag des 16. August die angereisten Mitglieder mit ihren Angehörigen und Gästen im Hof der Brücker Mühle begrüßen. Leider spielte uns das Wetter, mit gelegentlichen heftigen Schauern und sonnigen Abschnitten, im geplanten Veranstaltungsablauf einen Streich.

Einem plötzlich einsetzenden heftigen Regenschauer zuvorkommend, nahm die Gesellschaft an einer gut bestückte Kaffeetafel Platz und ließ sich mit Kaffee und Kuchen versorgen. Zwischenzeitlich hatte die Mühlenbesitzerin, Frau Walter, eine Führung durch die historische Mühle vorgeschlagen. Eine kurze Einführung in die Geschichte der Mühle, erstmals urkundlich im Jahr 1248 erwähnt, ist als Getreidemühle ein Kultur- und Industriedenkmal und als Wassermühle mit einem kleinen Kraftwerk an der Ohm, einem Nebenfluss der Lahn, gelegen.
Während des etwa einstündigen Rundgangs durch die laufende Mühle über fünf Stockwerke wurde uns der komplexe Herstellungsprozess vom Korn zum Mehl sehr anschaulich dargestellt. Die Atmosphäre der alten Mühle und die einfache, aber faszinierende und noch immer aktuelle Technik des Mühlenbetriebes mit seinen vielfältigen Rhythmen, Geräuschen und Bewegungen waren ein Erlebnis.

Aber auch ein bedeutendes historisches Ereignis fand hier statt. Am 21. September 1762 fand um den hier gelegenen Ohmübergang die Schlacht an der Brücker Mühle zwischen französischen Truppen auf der einen Seite und einer aus hannoverschen, braunschweigischen und hessischen Truppen zusammengesetzten Streitmacht auf der anderen Seite statt. Dieses Aufeinandertreffen war eine der letzten größeren Kampfhandlungen des Siebenjährigen Krieges. Der von den französischen Verbänden angestrebte Übergang über die Ohm, mit heftigem Artilleriebeschuss und mehreren eingesetzten Infanterieregimentern, gelang nicht. Die Schlacht dauerte mehrere Tage an und forderte hohe Verluste auf beiden Seiten. Die Truppen blieben bis zu einem Waffenstillstand, der am 15. November 1762 im Wirtshaus an der Brücker Mühle geschlossen wurde, in ihren Stellungen. An diesen Waffenstillstand und diesem historischen Ereignis erinnert der „Friedenstein“, einem aus rotem Sandstein errichteten Obelisk, vor dem Brücker Wirtshaus, welches unmittelbar neben der Mühle gelegen ist.

Zwischenzeitlich kam die Sonne wieder zum Vorschein, und nach der Mühlenführung konnten sich die Teilnehmer bei hochsommerlichen Temperaturen im Mühlenhof durch die Gastronomie mit Speisen und kühlen Getränken bewirten lassen.
Den steilen und beschwerlichen Anstieg zur Amöneburg hat man auf allgemeinen Wunsch allerdings auf eine der späteren Veranstaltungen verschoben. Nach dem gemeinsamen Essen am Abend konnte der Vorsitzende die angereisten und zufriedenen Mitglieder und Gäste wieder in ihre Heimatorte verabschieden.




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