Zollfahndung 2016


Mitglieder des Ortsverbandes besuchen das Zollfahndungsamt und besichtigen den Frankfurter Flughafen


Eine Einladung zum Besuch des Zollfahndungsamtes Frankfurt, die der Leiter des Amtes, Regierungsdirektor Markus Tönsgerlemann, dem Vorsitzenden des Ortsverbandes anlässlich eines Feldjägertages in Hannover ausgesprochen hatte, nahm der Ortsverbandsvorstand gerne an. So wurde ein Besuchstermin für den 9. November 2016 festgelegt und als Treffpunkt der Eingang B im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens bestimmt. Durch unseren Kameraden Uwe Berger, der bei der Fraport AG im dortigen Geschäftsfeld Sicherheit beschäftigt ist und uns an seinem dienstfreien Tag durch das Labyrinth des Flughafengeländes lotsen konnte, erreichten wir pünktlich den vereinbarten Treffpunkt. Hier erwarteten uns bereits zwei Beamte des Zollfahndungsamtes mit vorfeldberechtigten zivilen Fahrzeugen der Zollbehörde. Nach einer kurzen, aber den Sicherheitsbestimmungen für das Betreten des Flughafenvorfeldes erforderliche Einweisung, wurde unsere Gruppe nun in den inneren Sicherheitsbereich auf das Vorfeld eingelassen. Als erste Station unserer Tour wurden wir in eine große Halle geführt, in der die Gepäckkontrolle der Passagiere aller gelandeten Flugzeuge, auch jene, welche Frankfurt nur als Umsteigeflughafen benutzen, vorgenommen. Dazu werden die ausgeladenen Gepäckstücke auf großen Kofferkulis und in langer Reihe in die gesonderte Kontrollhalle eingefahren, abgeladen und in mehreren Reihen aufgestellt. Hier tritt die Amtshandlung der Zollbeamten ein. Am Frankfurter Flughafen hat das Zollfahndungsamt eine Hundestaffel mit speziell ausgebildeten Spürhunden, die Sprengstoffe und Rauschmittel aller Art auffinden können. Die Arbeit der Hunde ist sehr erfolgreich und wird beim Anschlagen an einem verdächtigen Gepäckstück durch das elektronische Durchleuchten und dem Öffnen des Gepäckstückes weiter betrieben.



Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurden wir durch den Amtsleiter und auch Feldjägerkameraden, Oberst der Reserve Marcus Tönsgerlemann, gespiegelter Kommandeur des Feldjägerregimentes 2, herzlich begrüßt. In einer sehr ausführlichen Darstellung wurden uns die Aufgaben des Zollfahndungsamtes aufgezeigt. Neben der Gepäckkontrolle der Passagiere und der Luftfracht auf Rauschmittel, Waffen und Explosivstoffe, ist auch das Auffinden von Schmuggelware und die Einführung von unerlaubt hohen Währungs- und Zahlungsmitteln, sowie das Einführen von artengeschützten Tierarten, die Aufgabe des Zollfahndungsamtes am Frankfurter Flughafen. Leider verging die Zeit wie im Fluge. Nach einem herzlichen Dank an unsere Begleiter, wartete bereits ein weiteres Highlight. Wir hatten die große Flughafenrundfahrt gebucht und mussten pünktlich am Schalter sein. Der Sicherheitslage auf allen Flughäfen entsprechend, wurden alle Teilnehmer vor Betreten des Vorfeldes einer ausgiebigen Sicherheitsüberprüfung unterzogen und im Anschluss mit einer Signalweste ausstaffiert. Im Besucherbus der Fraport erwartete uns bereits der Tour-Guide, welcher mit uns über den Vorfeldbereich und an den abgestellten Flugzeugen vorbei, detaillierte Erklärungen zu den einzelnen Flugzeugtypen und den Airlines gab. Beeindruckend waren dabei die unterschiedlich großen Flugzeugtypen, mit ihren Triebwerken und Fahrgestellen. Aber auch die gesamte Größe des Flughafengeländes mit über 2100 Hektar, die wir mit dem Bus umrundeten, ist gigantisch. Der Frankfurter Flughafen gleicht einer mittelgroßen Stadt mit 80.000 Einwohnern und ist die größte Arbeitsstätte Deutschlands.



Eine weitere Sehenswürdigkeit war der Besuch der Flughafenfeuerwache 3. Hier erwartete uns ein Brandschutzexperte, der sehr ausführlich die speziellen Aufgaben der Löschfahrzeuge und die ständige Alarmbereitschaft der Mannschaften und der Fahrzeuge erklärte. Bei einer Alarmierung müssen die Fahrzeuge innerhalb von 3 Minuten an jedem Einsatzort des Airports sein und mit den ersten Rettungsmaßnahmen beginnen können. Um diese strengen Vorgaben durch die Luftaufsichtsbehörde aber erfüllen zu können, sind die riesigen Dieselmotoren der Fahrzeuge vorgewärmt, an Bord befinden sich über zwölftausend Liter Wasser und mehrere Tonnen Löschpulver um sofort am Unfallort über eine Löschkanone mit der Brandbekämpfung beginnen zu können. Sehr beeindruckend sind die riesigen Ausmaße des speziell für den Großflughafen Frankfurt entwickelten Löschfahrzeuges Z8 XXL und die spezielle Ausstattung der gesamten Airport-Feuerwehrflotte. Leider reichte die Zeit nicht mehr für die noch vielen Fragen. Die früh einbrechende Dunkelheit, die uns ein gigantisches Lichtspecktakel über die gesamte Flughafenanlage aufzeigte, sowie der einsetzende Schneeregen veranlasste die Gruppe zum Aufbruch.



Bevor wir dann jedoch endgültig unsere Heimreise antraten, wurde uns durch den Kameraden Berger noch ein Blick in das Herzstück der Flughafensicherheit ermöglicht. Wir nahmen Einblick in die mit allen Behördenträgern vernetzte „Leitstelle Sicherheit“, in welcher alle sicherheitsrelevanten Informationen und Notrufe zusammenlaufen und die Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst sowie Sicherheitsorganen im gesamten Airport Bereich und dessen Umfeld disponiert werden. Durch den verantwortlichen „Leiter vom Dienst“ (LvD) wurde uns auch an dieser Stelle ein umfangreicher und sehr interessanter Vortrag geboten.


Ein erlebnisreicher Tag mit vielen neu gewonnenen Eindrücken lag hinter uns und wird in steter Erinnerung bleiben



________________________________________________________________________________________________

Copyright 2016
© Kameradschaft der Feldjäger e.V. / OV Marburg-Wetzlar-Diez - Alle Rechte vorbehalten